Klang der Worte

Ein Ort der Poesie

Gedichte und Gedanken von Gisela Seidel

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The Muse of Poesie (1886)
Gemälde von Konstantin Makovsky (1839-1915)
 



Poesie
von Gisela Seidel

Verschlungen
ist das Band der Poesie,
im kurzen Rausch erstickt der Schwall der Worte
und wer mit Andacht lauscht,
erhebt sie still zu hoheitsvollem Orte,
nur Einfalt senkt herab sie in die Tiefen;
beschwörend, heilig, wen die Musengeister riefen,
mit Tönen wohl aus purem Moll und Dur.
Verliert sich zwischen Ewigkeiten ihre Spur,
so schwingt das Band sich eng um Reim und Vers,
zieht aus den Orten des Vergessens die Gedanken
und leitet sie vom Herzen himmelwärts.
 

Herzlich willkommen!

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Ich freue mich sehr, wenn Sie sich hier ein wenig umschauen und den einen oder anderen Gedanken mitnehmen.  Sie sind auf der Suche oder wollen sich einfach nur ein paar Minuten Ruhe gönnen,  Rast machen vom Leben? Vielleicht finden Sie sie hier, zwischen den vielen Buchstabenperlen. Berührt Sie das Eine oder Andere, war es möglicherweise genau für Sie bestimmt.

Positive Worte und Gedanken klingen in der Seele nach, aber leider auch die weniger guten. Wenn sich Missklang und Gleichklang zu einer Sinfonie verbinden, kann das Leben aus den unendlichen Quellen der höheren Inspiration schöpfen. 

Erst durch Harmonie und Frieden in uns, können wir schließlich selbst zur Quelle werden und das Wasser des Lebens anderen weiterreichen, die durstig sind.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit!

„Das Wort kann sich öffnen. Aber nur dem, der sich in Gefühlen zu ihm begibt. Ein Öffnen im Kausalen, im Naturwissenschaftlichen gibt es nicht, da bleibt man äußerlich.
Das Wort erreicht uns also, wenn wir Empfindungen haben..., dann entsteht eine Beziehung von uns zum Wort und vom Wort zu uns, dann lebt es.” 
Friedrich Weinreb
 

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Verbindung
 von Gisela Seidel

Beseelt von neuem Glück will ich dir schreiben
in manchen Reim versteckter Weisheit Sinn,
 
vieles wird wie die Sphinx zwar groß und schön,
doch um so rätselhafter bleiben,
 
das Wort wird lenken deinen Weg zu Anbeginn;
 
und während ich gedanklich mich im Vers verbinde,
verrinnen die Sekunden visionär;
 
ersehnend fühl’ ich lang vergangne Erdengründe –
die Zeit, sie flog dahin, als ob's ein Lidschlag wär'.
 
Bist Führer meiner Seele fehlend’ Hand,
bin nur im Geiste das verborgne Glied,
 
hinter des Schleiers Anderwelten, unerkannt,
bin ich Vermittler, spinne dir mein Lied.
 
Ich bleibe stumm, habe nur diese Zeilen,
um dir zu sagen: Sinnend wart’ ich hier!
 
So sehr ein Wort verletzt, so sehr kann es auch heilen;
bin nur gedankenweit entfernt von dir.
 
Du wirst es spüren: Wenn ich bei dir weile,
vergessen wir gemeinsam Zeit und Raum,
 
wenn ich vom Licht des Universums schreibe,
verschmelzen Endlichkeit und Ewigkeit im Traum.
 
So, wie ein Wolkenband den Himmel ziert,
so sollen die geschriebnen Worte sein,
 
Gedanken, wie von Engeln inspiriert,
sie gehen tief ins menschlich' Herz hinein.
 

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Leere Blätter
Von Gisela Seidel

Die Tage gingen  – Leere-Blätter-Zeiten –
mir fehlten uns’re Wortverbundenheiten;
in meinem Innern fühlte ich nur Leere,
trennten mich von dir und deiner Sphäre
doch nur die bloßen Alltagslücken,
lassen sich mit Gedankenbrücken
nun neu verbinden –
ein ewig Wiederfinden.